100 Jahre Basler Buchhändler- und Verlegerverein

Vor 100 Jahren, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde der Basler Buchhändler- und Verlegerverein BBVV gegründet. Am Samstag, 24. September 2016, versammelten sich Mitglieder und Feunde des BBVV zu einem Jubiläumsanlass im Kunstmuseum. Regierungsrat Baschi Dürr überbrachte die Grussworte der Regierung des Kantons Basel-Stadt. Von Seiten des Schweizerischen Buchändler- und Verlegerverbandes SBVV gratulierte Geschäftsführer Dani Landolf.

Regierungsrat Baschi Dürr würdigte in seiner Ansprache die Funktion des Buchhandels und Verlagswesens nicht nur als Branche, sondern vor allem auch als Vermittler von Kultur. Als "Stellvertreter" der Regierung nahm er Bezug auf verschiedene Bücher zum Stichwort "Stellvertreter".

Dani Landolf, Geschäftsführer des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbandes SBVV, wies darauf hin, dass 1916 im Umfeld der Gründung des BBVV die damalige SBVV-Generalversammlung  in Basel stattgefunden hatte. Bereits damals seien Fragen im Zusammenhang mit dem Preis von Büchern aktuell gewesen.

Alle Redner betonten, dass das gedruckte Buch eine Zukunft hat. Dario Galloni, Präsident des BBVV, zitierte dazu Umberto Eco: "Wenn wir heute im Keller Bücher finden, die wir einst als Kind gelesen haben, bewegt uns das. Wenn wir aber eines Tages eine Diskette finden, die wir als Kind verwendet haben, kann unser Computer sie heute nicht mehr lesen..."

Dario Galloni zitierte aus alten Vereinsdokumenten, die er im Vereinsarchiv gefunden hatte. So war der Hauptzweck des zunächst von Buchhändlern gegründeten Vereins die gegenseitige Hilfe, nachdem die Kriegsverhältnisse die Schweiz vom europäischen Büchermarkt fast vollständig abgeschnitten hatte. Zwei Jahre später traten auch die Verleger dem Verein bei.

Erhellend war ein Zitat aus einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 1966 zum fünfzigjährigen Jubiläum: "Von der Vereinsgründung 1916 bis zum Beginn der dreissiger Jahre waren in Basel die Verleger meist auch zugleich Buchhändler, oder umgekehrt; erst als im Nachbarland die braune Flut bedrohlich zu steigen begann, etablierten sich hierzulande mehr und mehr reine Verlage. Die Schweiz war unversehens zum einzigen Land geworden, in welchem noch frei in deutscher Sprache Bücher verlegt werden konnten."

In den jüngeren Vergangenheit beschäftigte sich der BBVV mit Aufgaben wie der Überwachung der inzwischen gefallenen Preisbindung, mit der Festlegung von Studentenrabatten, dem Organisieren von Weihnachts-Buchausstellungen, der Herausgabe des "Basler Büchertip" mit Empfehlungen von Politik, Prominenz und Journalisten sowie der Begleitung der Lehrlingsausbildung, die ab 1967 in der Basler Buchhändler- und Verlegerschule stattfand.

Später wurden viele dieser Aufgaben zentral vom SBVV übernommen, allen voran die politischen Auseinandersetzungen rund um das Buch. Das machte ja auch Sinn, die Kräfte schweizweit zu bündeln und zentral zu agieren. Die regionalen Vereine lösten sich - auser in Basel und Zürich - in der Folge auf.

Nach wie vor aktiv war und ist der BBVV in Projekten rund um das Buch und den lokalen Buchhandel wie auch der Leseförderung, so auch als Mitbegründer der vom Basler Verleger und Buchhändler Matthyas Jenny initiierten BuchBasel, der Basler Buchnacht im Rahmen der BuchBasel und im seit 1993 regelmässig durchgeführten Schreibwettbewerb für Jugendliche, die "Basler Eule".

Vor dem offiziellen Teil hatten die Gäste Gelegenheit, in einer Architekturführung den beeindruckenden Neubau des Basler Kunstmuseums zu erkunden. Bei einem Apéro gab es Gelegenheit, sich über Bücher, Buchhandel, Verlagswesen und über die Zukunft des Buches auszutauschen.

Impressionen...